Für diejenigen, die dem Festival von Sanremo folgen, ist die Sommersaison der Fondazione Orchestra Sinfonica di Sanremo weit mehr als ein einfaches Programm: Sie ist der Beweis dafür, dass die Musik in der Stadt niemals verstummt. Während das Teatro Ariston im Februar zum Zentrum der italienischen Fernsehberichterstattung wird, führt das Sinfonieorchester im Sommer eine andere, aber komplementäre Vorstellung von Sanremo fort: eine Stadt, die weiterhin von Klängen, Begegnungen und künstlerischer Qualität lebt.

Das Sommerprogramm findet im Auditorium Franco Alfano statt und bietet einen Weg, der Autorenlieder, Jazz, internationalen Pop und sinfonische Tradition durchquert. Es ist eine Formel, die direkt zum Publikum des Festivals spricht, weil sie jenen Geist der Neugier bewahrt, den viele Enthusiasten auch nach der Woche im Ariston suchen: unterschiedliche Künstler hören, unerwartete Begegnungen entdecken, die italienische Musik in einem breiteren Kontext erleben.

Und genau hier wird das Sinfonieorchester für die Fans des Festivals interessant. Es beschränkt sich nicht nur darauf, den Sommer zu „füllen“: Es festigt das Image von Sanremo als ganzjährige Musikstadt, die in der Gegenwart bestehen kann, ohne nur von Nostalgie zu leben. Die Präsenz des Orchesters in der Region erinnert daran, dass das Ökosystem von Sanremo auch aus Spielzeiten, Repertoires und einem treuen Publikum besteht und nicht nur aus Charts und Fernsehabenden.

Wenn das Festival die Scheinwerfer einschaltet, lässt das Sinfonieorchester sie länger leuchten. Und vielleicht ist dies das Geheimnis seiner Stärke: Sanremo über das Festival hinaus zu begleiten, ohne jemals dessen Seele zu verlieren.